Grübeln; das ständige, kreisende Gedankenkarussell, das uns immer und immer wieder zu den selben Fragen und Sorgen zurückführt. Wer kennt das nicht? Dieses „alles zu Tode denken“ fühlt sich manchmal an, als würde der Verstand uns gefangen nehmen, es raubt uns Energie, Klarheit und oft auch den nötigen Frieden und die Ruhe im Alltag.
Ich selbst kenne dieses Muster nur zu gut. Besonders im Zusammenhang mit meiner Hochsensibilität war Grübeln lange Zeit ein häufiger Begleiter. Meine Wahrnehmung ist intensiv, meine Gefühle tief und oft landeten dann meine Gedanken in einem Strudel, der kaum mehr zu bändigen war. Nach Beendigung einer toxischen Beziehung wurde dieses Grübeln noch ausgeprägter: Fragen nach Schuld, Selbstwert und Vertrauen prägten meine inneren Dialoge.
Aber woher kommt das Grübeln eigentlich so häufig und langanhaltend und warum ist es so schwer, damit aufzuhören?
Oft steckt dahinter der Versuch unseres Gehirns, Kontrolle zu gewinnen über schwierige Erfahrungen oder unklare Situationen. Wir suchen nach Lösungen, möchten Fehler vermeiden oder Antworten finden, doch stat uns wirklich zu helfen, verfangen wir uns in gedanklichen Schleifen. Auch mangeldes Selbstvertrauen, negative Glaubenssätze oder emotionale Überforderung können eine Rolle spielen.
Wie kann ich also aus diesem Gedankenkarussell aussteigen?
Für mich hat die Praxis der Achtsamkeit einen entscheidenden Unterschied gemacht.
Achtsamkeit bedeutet, den Moment bewusst und ohne Urteil oder Bewertung wahrzunehmen, auch wenn gerade schwierige Gedanken kommen. Statt gegen das Grübeln anzukämpfen oder es wegzudrücken, lerne ich, die Gedanken als das zu sehen, was sie sind: Ereignisse im Geist, die kommen und gehen.
Welche Übungen kannst du machen?
Durch Achtsamkeitsübungen wie z.B. das bewusste Atmen, den Body-Scan oder das sanfte Beobachten der Gedanken gewinnst du Abstand zu deinem Grübeln und kannst dich wieder mehr auf das „Hier und Jetzt“ fokussieren. So entsteht Raum für Selbstmitgefühl und Klarheit.
Fazit:
Das Grübeln wird nicht sofort verschwinden und das ist auch okay. Doch mit Achtsamkeit kann ein Weg gefunden werden, nicht länger von den Gedanken beherrscht zu werden, sondern sie als Teil der Erfahrung zu akzeptieren und liebevoll mit sich selbst umzugehen.
Für alle, die das gerade erleben und fühlen wovon ich hier schreibe: Ihr seid nicht allein, und es gibt Wege, den inneren Lärm zu entschärfen. Ich bin für euch da.
Von Herzen, Eure Mirjam

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